Erforschung der Temperaturen im Inneren eines Corrado Nebelscheinwerfer
Im
Forum wird seit einigen Jahren vermutet, das die Gläser der
Nebelscheinwerfer hauptsächlich durch die Hitze der Leuchtmittel
zerspringen. Dies kommt dadurch das sehr viele diese nützlichen
Scheinwerfer als "Tieferlegungsersatz" oder wie wir es früher nannten
"Prolllichter" einsetzen. Als ich 2004 meinen Corrado erstand, waren
beide Nebler bereits im Sack und ich besorgte einen Satz Neue. Diese
wurden so gut wie nie eingeschaltet.
1. ist es bei uns nicht so oft nebelig
2. fahre ich im Nebel zu selten
3. habe ich sehr helle Scheinwerfer
4. finde ich Nebler peinlich
Also
meine Nebler wurden nur nach Reparaturen im Frontbereich und kurz vorm
TÜV für wenige Sekunden zum Testen eingeschaltet und halt ein paar
Minuten beim TÜV selbst. Alles im Allem denke ich, wenn die mehr als 20
Minuten insgesamt eingeschaltet waren, dann ist das schon sehr hoch gegriffen.
Aber dennoch ist mein Nebler auf der Fahrerseite gerissen. Ich vermute eine ganz simple Ursache. Ein Stein tat böses :-)
Andere
behaupten aber immer noch hartnäckig, das die extreme Hitze in so einem
Scheinwerfer das Glas zerspringen lassen. Einer schlug vor die
Temperaturen mal zu ermitteln und das nahm ich zum Anlass das auch mal
zu tun.
Hier erst mal mein Versuchsaufbau:
Ich kann ja leider
nichts wegschmeissen, so konnte ich fluchs in den Keller stiefeln und
einen alten Nebelscheinwerfer aus dem Regal nehmen.
Leider war dort
kein Leuchtmittel mehr drin, so dass ich mir erst eine neue H3 Funzel
kaufen musste. Bei dem Teiledealer meines Vertrauens drückte ich für das neue Leuchtmittel 3,00 €
ab :-)

Zuhause angekommen bohrte ich ein Loch in die Rückseite des
Reflektors um den Temperaturfühler bis zur Glasscheibe vorschieben zu
können.

Ich fixierte den Fühler mit Gewebeklebeband und schloss den
Scheinwerfer an mein Labornetzteil an.

Ich habe nun zuerst die Temperatur gemessen und mittels Foto festgehalten.

Nun
habe ich das Netzteil eingeschaltet und die Spannung so lange erhöht,
bis das Leuchtmittel seine vollen 55Watt an Leistung aufgenommen hat.
Das war bei 12,4 Volt so.
Ich
weiß, die Funkuhr sieht aus wie sau :-) Die ist aber auch schon 20
Jahre alt und davon verbringt sie nun schon 12 Jahre in der Garage ;-)
Ich schoss nun in regelmäßigen Abständen ein Foto mit Temperatur und Uhrzeit:

nach rund 3 Minuten schon 45°C

Nach 30 Minuten sind es schon 104°C

Weitere 4 Minuten später sind es immer noch 103°C also die Temperatur ist nicht weiter gestiegen.

Nach insgesamt 42 Minuten immer noch 104 °C
Die
Temperatur scheint nicht weiter anzusteigen bei einer Raumtemperatur
von ca. 21 °C. Da man aber sicherlich nur sehr selten 42 Minuten mit
eingeschalteten Neblern irgendwo parkt, beschloss ich etwas Fahrtwind
zu simulieren. Dazu holte ich einen etwas betagten Ventilator aus dem
Keller und stellte den mit ca. 50cm Abstand vor den Nebelscheinwerfer.
Der Ventilator wurde auf höchster Stufe betrieben. Die wird wohl kaum
mehr als 30 km/h Windgeschwindigkeit hergeben.Also nicht mehr als ein sanftes Cruisen.

Ventilator

Nach nur knapp einer Minute ist die Temperatur schon auf 88°C zurück gegangen.

Nach
insgesamt 5 Minuten Kühlung lag die Innentemperatur nur noch bei rund
71°C hier im Bild ist die Temperatur gerade von 72 auf 71 °C gesunken.

Das Glas ist von der Vorderseite auch "anfassbar".
Nochmals das Fazit. Ich kann nicht glauben, dass die Wärme das Glas sprengt. Ich halte Steine ganz eindeutig für die Übeltäter.
Gruß
Dirk
aka 5dOt1